Aus dem Kita-Alltag

Anmeldung
Eingewöhnung
Geschichte der Kita Bärenhöhle
Tagesablauf
Unser Leitgedanke

Im Januar verschickt das Rathaus an alle Eltern der Gemeinde Wessobrunn, die Kinder im Betreuungsalter zwischen einem und sechs Jahren haben, eine Bedarfsumfrage. Diese Umfrage ist unverbindlich und stellt keine Anmeldung für unsere Einrichtung dar.

Nach Auswertung der Bedarfsumfrage schicken wir allen interessierten Eltern einen Anmeldebögen zu. Die Eltern haben nun die Möglichkeit bis zu einem genannten Stichtag ihre Kinder verbindlich anzumelden. Nach Prüfung aller Anmeldungen, erhalten die Eltern eine schriftliche Platzzusage und eine Einladung zum Vertragsnachmittag. An diesem Tag werden alle Fragen geklärt, die Eingewöhnung festgelegt, der Vertrag vorbereitet und die Einrichtung kann besichtigt werden.

Aufnahmezeiträume sind in der Regel im September/Oktober zum Start eines neuen Kitajahres und im Januar zu Beginn des neuen Kalenderjahrs.

Warum ist das Eingewöhnen so wichtig? Die Gestaltung der Eingewöhnung stellt eine erhebliche „Investition“ von beiden Seiten, nämlich der Eltern und der Erzieher dar.
Es setzt zum einen die Bereitschaft der Eltern voraus, über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen gemeinsam mit ihrem Kind täglich mehrere Stunden in der Einrichtung zu verbringen. Und zum anderen wird vom Team die Bereitschaft gefordert, die Eltern in die Einrichtung einzuladen und sich über mehrere Tage oder Wochen im Alltag beobachten zu lassen.

Der Einstieg in die Einrichtung ist mit Unsicherheiten geprägt und kann krisenhaft erlebt werden. Wir möchten die Sorgen aller Eltern und Bezugspersonen vor der Eingewöhnung mildern. Diese Phase wird erfolgreich bewältigt und von uns gut begleitet. Dies wirkt sich stärkend auf die Kinder aus. Unsere Aufgabe ist es, während der Eingewöhnungszeit darauf zu achten, dass Wohl aller Beteiligten im Blick zu haben. Die Eingewöhnung ist anstrengend, auch für uns und die bestehende Gruppe. Die Eingewöhnung ist eine Zeit des Kennenlernens.

Der Grundgedanke des „Münchener Eingewöhnungsmodells“, nach dem wir arbeiten ist, dass das Kind die neue Umgebung und Situation mit einer festen Bezugsperson aus der bisherigen Lebensphase (in der Regel ein Elternteil) erleben kann. Die Familien sollen gemeinsam die Abläufe, Personen und Gepflogenheiten kennenlernen, um Vertrauen aufzubauen. Wir möchten vermitteln, dass ein Bezugs-Team für die Kinder und Eltern zuständig ist. Wenn ein Kind eine weitere feste Bezugsperson hat, kann diese die Eingewöhnung auch begleiten. Zur gleichen Zeit wird auch das pädagogische Personal die Familie kennenlernen. Je transparenter beide Seiten sind, desto leichter kann das benötigte Vertrauen wachsen.

Die Geschichte der Kinderbetreuung in Wessobrunn gehört zu den ältesten im Lande. Die Anfänge der Kinderbetreuung in Wessobrunn gehen auf den Kaufmann und Industriellen Freiherr von Cramer-Klett zurück. Er war bekannt als Förderer zahlreicher sozialer Einrichtungen in seinen Unternehmen. Er bot das Klostergebäude den Missions-Benediktinerinnen aus Tutzing zu günstigen Bedingungen und unter der Auflage an, dort eine Kinderbewahranstalt zu betreiben. So kamen 1913 die ersten Schwestern der Missionsbenediktinerinnen aus dem Stammhaus Tutzing in das Kloster Wessobrunn. Zunächst widmeten sich die Ordensschwestern vorrangig der ambulanten Krankenpflege. Später übernahmen sie die Aufgabe, Kinder aus der Gemeinde Wessobrunn zu betreuen.

Durch den Ersten Weltkrieg wurde die Entwicklung des Kindergartens im Kloster Wessobrunn beschleunigt, weil nun viele Männer durch den Militärdienst in der Landwirtschaft fehlten. Damit wurden den Frauen, die traditionell mehr für den Haushalt und damit auch für die Kindererziehung zuständig waren, zwangsläufig neue Rollen und Aufgaben in der Bewirtschaftung ihrer Höfe übertragen. Die Kinderbetreuung wurde ein fester Bestandteil des Klosters Wessobrunn. Am 18. Dezember 1916 wurde die Kinderbewahranstalt durch Pfarrer Franz Sales Hörtensteiner offiziell eingeweiht.

Am 1. Januar 1974 übernahm die Gemeinde Wessobrunn die Trägerschaft des Kindergartens. Die Betreuung der Kinder verblieb im Klostergebäude. 1982 begann die Planung für ein neues Kindergartengebäude. Auf dem Grundstück in der Schmuzerstraße 6 stand das alte Molkerei-Gebäude. Dies wurde abgerissen und ein neues Haus für die Kinderbetreuung entstand. Nach einem Jahr Bauphase konnte im Mai 1986 der Kindergarten in das neu erbaute Kindergartengebäude einziehen.

Über viele Jahre blieb dies ein ein-gruppiger Kindergarten. Nach zehn Jahren (1996) wurde eine zweite Gruppe gebildet und das Haus entsprechend baulich erweitert.
Die nächsten baulichen Veränderungen ergaben sich in Folge einer gesetzlichen Forderung aus dem Jahr 2010, dass zukünftig auch Krippenplätze durch den Träger bereitzustellen waren. Diese Forderung wurde durch Schaffung einer Krippengruppe einschließlich eines Umbaus erfüllt.

Wir strukturieren den Tagesablauf in die sogenannte „Bring-, Kern- und Abhol-Zeit“.
Nach einem morgendlichen Zeitfenster zum Bringen der Kinder („Bringzeit“) beginnt die „Kernzeit“. Der Ablauf der Kernzeit kann variieren. Die Rahmenzeiten zum Bringen und Abholen sind verbindlich.

Da jedes Kind sein eigenes Tempo hat und deshalb möglichst viel selbst entscheiden soll, haben wir uns für das teiloffene Konzept entschieden. Darunter versteht man das gruppenübergreifende Angebot von Lernwerkstätten. Die Verweildauer in den Stammgruppen beschränkt sich daher auf den Anfang und das Ende der Kernzeit, die durch den Morgenkreis und die Abschiedsrunde eingerahmt wird.

Der Begriff „teiloffene Kita“ löst mitunter elterliche Besorgnis aus, die oft in die Frage mündet, wie wir den Überblick bewahren. Unsere Konzeption folgt klaren Regeln. Zu den Regeln gehört, dass wir (das Team) alle Kinder mit Namen kennen und wissen, wo sich das Kind gerade befindet und was es tut. Dafür müssen sich die Kinder abmelden und mittels Setzen ihres Zeichens auf einer Magnettafel anzeigen, wohin sie gehen.

Eine der wesentlichen Herausforderungen an uns Erzieher beim teiloffenen Konzept ist unsere genaue Beobachtung. Diese reflektieren wir, um die Funktionsräume und Lernwerkstätten so gestalten zu können, dass sich ihr Kind gut entfalten kann. Es gibt eine Künstlerecke, das Brotzeit-Stüberl, einen Bau-Konstruktionsbereich, einen Rollenspiel-Bereich und vieles mehr. Es ist ein Merkmal unserer Einrichtung, dass die Kinder frei wählen können, in welchem Bereich / Raum und mit welchen Kindern sie spielen wollen. Wir sind davon überzeugt und werden durch den Erfolg täglich bestätigt, dass dieses Konzept mehr Spielfreude bringt, weniger Konflikte hervorruft und den individuellen Bedürfnissen gerechter wird.

Wir unterstützen die Kinder, (Frei-) Räume zu erforschen und Entscheidungen zu besprechen. In unserem Haus braucht es deshalb auch verlässliche Strukturen und Ansprechpartner. Das Kind erfährt den Nutzen der Funktionsräume und Lernwerkstätten sowie den Umgang mit unterschiedlichen Materialien. Die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen ist ein Bildungsprozess, der durch die Gruppe beeinflusst wird.

Jedes Kind lernt intuitiv schnell die unterschiedlichen Erzieher/-innen mit deren Kompetenzen je nach Bedürfnis für sich zu nutzen. Im Umkehrschluss heißt es, dass wir Pädagogen/-innen uns ständig darüber abgleichen, was jedes Kind als Unterstützung bzw. Struktur benötigt. Nur so bleiben wir für die Kinder einschätzbar und verlässlich. Wie bereits dargestellt möchten wir die Kinder nicht an eine „Bezugserzieherin“ gewöhnen oder binden, sondern wir möchten als Bezugs-Team für die Kinder da sein.

Wir sind der festen Überzeugung, dass jedes Kind entsprechend seinen Neigungen, Fähigkeiten und Talente die Bildungseinheiten in den Lernwerkstätten selbständig sucht. Im Gegenzug müssen wir Erwachsenen einen gewissen Kontrollverlust zulassen und aushalten. Die Eltern dürfen Vertrauen in ihr Kind haben, dass es die Gelegenheiten nutzt und zu uns, dass wir die Leidenschaft ihres Kindes fördern.

„Das ICH, das DU und das WIR“

Als Einrichtung mit familienergänzenden und -unterstützenden Aufgaben gehen wir von einer wertschätzenden und offenen Zusammenarbeit mit den Eltern aus. Für fröhliche und gesunde Kinder ist eine fürsorgliche und achtsame Gemeinschaft bedeutsam. Viele pädagogische Leitlinien haben das gleiche Ziel – nur der Weg ist unterschiedlich. Bei uns bekommt jedes Kind die Möglichkeit sich ein gutes Sortiment an Fähigkeiten anzueignen und Zeit, diese zu nutzen. Die Methoden dafür entnehmen wir aus der großen „Schatzkiste“ der verschiedenen pädagogischen Ansätze.

Das ICH bleibt ein Prozess, der sich stetig verändert und sich weiterentwickelt. Damit das Kind sich zu einem sozialen ICH entwickeln kann, ist es auf ein DU (Mitmenschen) angewiesen. Zwischen den beiden besteht eine Wechselwirkung. Wir bieten in unserer Einrichtung genügend DU an, so dass ein Kind sein ICH durch das DU spüren kann. In einer Gruppe kann jedes Kind seine Selbstwirksamkeit ausprobieren und ein Mitglied der Gruppe (WIR) werden. Wir haben das Vertrauen in jedes Kind, dass es diesen Schritt mit unserer Unterstützung und Begleitung schaffen wird.

 

Wir bieten den Kindern:

  • Annahme, Wertschätzung und Wertevermittlung
  • Zeit zum Lernen
  • positive Lernatmosphäre
  • andere Kinder mit Gruppendynamik
  • sich als Gruppenmitglied zu erleben
  • geschützte Kernzeit ohne Störungen von außen
  • Freiheit und Struktur
  • erfahrenes Fachpersonal, das sich weiterbildet