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Gemeinde Wessobrunn Mit einigen Informationen wollen wir Ihnen unseren geschichtsträchtigen Ort Wessobrunn vorstellen: Wessobrunn ist mit rund 2.000 Einwohnern die zweitkleinste Einheitsgemeinde des Landkreises Weilheim-Schongau. Sie wurde 1978 aus den drei ehemaligen Gemeinden Wessobrunn, Forst und Haid gebildet. Insgesamt umfasst das weitläufige Gemeindegebiet, vom Dießener Forst im Norden bis zum Fuß des Hohenpeißenberges im Süden, die beachtliche Größe von fast 5.110 ha, also über 51 Quadratkilometer. Davon sind rund 3.035 ha landwirtschaftlich genutzt, 1786 ha Waldfläche und 104 ha Wasserfläche. Die verschiedenen Eiszeiten haben in unserer Region eine vielfältige und abwechslungsreiche Moränenlandschaft geformt. So bestimmen heute Hügel, Wälder, Wiesen und eine meist lockere Bebauung das Bild. Der Name Wessobrunn ist nicht nur durch das "Wessobrunner Gebet" bekannt, das um 814 in althochdeutscher Sprache niedergeschrieben wurde. Auch die "Wessobrunner Schule" und das Kloster Wessobrunn trugen zur Bedeutung unseres im sogenannten "Pfaffenwinkel" gelegenen Ortes bei. Das Kloster, gegründet im Jahre 753, gab dem Ort - der früher Gaispoint hieß - seinen Namen. Über 600 Künstler und Handwerker, die im Barock und Rokoko
mehr als 3.000 Kirchen, Klöster und Schlösser in ganz Europa
mit reichhaltigem Stuck ausstatteten, stammten aus Wessobrunn und Haid.
Die bekanntesten Künstler der "Wessobrunner Schule" waren
die Brüder Johann Baptist und Dominikus Zimmermann (z.B. Wieskirche
in Steingaden), Johann Schmuzer, (Erbauer der ehemaligen Benediktinerabtei
Wessobrunns), Schmuzer-Söhne Joseph und Franz (Werke im Kloster
Wessobrunn), Georg Üblher,. welcher u.a. an der Münchner Residenz
und an der Benediktinerabtei Ettal mitgebaut hat sowie Johann Michael
Feichtmayr, bekannt durch die Benediktinerabteien Ottobeuren und Amorbach. Das neue Wessobrunner Museum bietet Ihnen einen Einblick in das Schaffen dieser Künstler und Baumeister der Wessobrunner Geschichte. Sollten Sie sich für weitere historische und kunsthistorische Einzelheiten interessieren, lohnt sich sicherlich, mit der Vereinigung "Wessofontanum" Verbindung aufzunehmen, die sich der Erforschung der Wessobrunner Vergangenheit widmet Sollten Sie Fragen haben oder vielleicht sogar Anregungen geben können, stehe ich Ihnen mit meinen Mitarbeitern gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Hertha-Brigitte Lang |
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Nach Wessobrunn kommt man, weil man da und dort gehört hat, daß
ein Wessobrunner Künstler die Kirche gebaut hat oder weil der Name
"Wessobrunner Gebet" einem von der Schulzeit her bekannt ist.
So erwartet man sich einen Ort mit viel Geschichte, zumindest mit einer
großen Klosterkirche, und ist dann vielleicht überrascht,
daß nicht alles gewaltiger und eindrucksvoller ist Viele Straßennamen in Wessobrunn und Haid erinnern an die Künstlergeschlechter
dieser Blütezeit Wessobrunner Kunst. Zur Besichtigung können Sie bei der Führung durch das Treppenhaus hinaufsteigen zum ehemaligen Fürstentrakt, dem Gästeflügel, der mit seinem üppigen Stuck überrascht. Am Ende des Pracht-ganges öffnet sich der Blick zum früheren Prälatentrakt, dem Wohnbereich des Abtes, der als Vorsteher eines Klosters mit reichem Grundbesitz auch im staatlichen Leben von Bedeutung war. Durch das Portal mit dem Bild des Kur-fürsten Maximilian l. von Bayern betritt man den sogenannten Tassilosaal oder Jagdsaal, benannt nach dem herzoglichen Gründer des ehemaligen Klosters und nach den Jagdmotiven an der in Malachit gefaßten Stuckdecke (restauriert 1979) Hinter der Kirche sind die "Brunnen des Wezzo", die dem Kloster und später dem Ort den Namen gegeben haben. Es sind die drei Quellen, über denen der Bayernherzog Tassilo III. in einem Traum eine Himmelsleiter geschaut haben soll. Der Jagdbegleiter Wezzo, vielleicht der Grundherr der Gegend, soll sie am Morgen dem Herzog gezeigt haben. Das sei diesem Anlaß gewesen, hier im Jahr 753 ein Kloster zu gründen. Später wurde das Wasser in Becken gesammelt und ein "schön lustig Sommerhaus" erbaut. Der Klostermauer entlang kann man in etwa 10 Minuten zur Tassilolinde wandern,unter deren schützendem Dach der Herzog die Nacht verbracht haben soll. Der ursprüngliche Baum war der innere Kern, um den immer neue Triebe zu mächtigen Stämmen herangewachsen sind, wenn auch der innere Teil wieder morsch geworden ist. Am Lindenplatz steht der 1875 errichtete Gedenkstein mit dem Wessobrunner Gebet. Dieses gilt als ältester Text der deutschen Sprache, der heute noch erhalten ist. In einem Büchlein von 814, das wie damals üblich in lateinischer Sprache geschrieben wurde, hat der unbekannte Verfasser in seiner Muttersprache Gedanken über Gott und den Ursprung der Welt niedergelegt. Wenn man gegen Westen den Berg hinaufsteigt, vorbei am Friedhof und
am Klostergut von St. Ottilien, gelangt man zur Kreuzbergkapelle, die
an die Zerstörung des Klosters im Jahr 955 beim Einfall der Ungarn
erinnert Der einheimische Maler Matthäus Günther schildert
im Decken- Bis zum Fuß des Peißenberges erstreckt sich mit seinen
44 Weilern das weitausgedehnte Forst, das mit seinen Hügeln, Wiesen
und Wäldern ein sehr malerisches Stück dieser bayerischen
Landschaft vor den Alpen bietet. Viele der großen Höfe waren
einst als "Lehen" des Klosters vergeben, was in Ortsnamen
noch zu erkennen ist. Die Kirche, von dem stimmungsvollen Friedhof umgeben, wurde 1726-1735
als Wallfahrt zum heiligen Leonhard erbaut. Sie verdankt den Stuck,
die Altäre und die Kanzel dem schon genannten Tassilo Zöpf.
Das große Deckenfresko mit dem Leben des hochverehrten Bauernheiligen
schuf 1769 Matthäus Günther, der ganz in der Nähe, am
Nordhang des Peißenberges, 1705 geboren ist. Zu Forst gehört auch Paterzell mit dem Ulrichsbrünnlein, das an den heiligen Bischof Ulrich von Augsburg erinnert, der hier gerastet haben soll. Gleich in der Nähe lädt der Eibenwald mit seinen plätschern-den Wassern, die überall aus dem Boden quellen, zum erholsamen Spaziergang ein. Als größtes Vorkommen dieses seltenen Baumes in Deutschland stellt er eine einmalige Sehenswürdigkeit dar, die seit 1939 Naturschutzgebiet ist. Allerdings verstecken sich die knorrigen, jahrhunderte alten Eiben unter dem schützenden Dach anderer Bäume, so daß sie leicht übersehen werden. |
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